Vom 18.02.2026
Das gesamte Chorjahr 2025 war von unserem Requiem Auream-Projekt geprägt. Die Uraufführung unseres Chorleiters Andreas Schmidt-Hartmann hat uns als Chor an verschiedenen Stellen herausgefordert. Am Ende wurden wir jedoch mit zwei grandiosen Konzerten, Standing Ovations und vielen Glücksgefühlen belohnt.
Wie geht man so ein Projekt an? Am besten Stück für Stück: Projektförderung beim Chorverband beantragen, Spielorte finden, die einzelnen Stücke Note für Note und Seite für Seite einstudieren, neue Klangwelten und ungewohnte Akkorde zusammensetzen, im Probenwochenende endlich das Gefühl bekommen, dass wird was... Die Liste war lang. Wie immer, wenn man eine neue Aufgabe beginnt, überwiegen die Ungewissheiten. Auch hier war es der Fall. Werden wir es rechtzeitig schaffen, die Musik zum Klingen zu bringen? Wie wird es sein, wenn plötzlich Musiker dazukommen? Werden sie uns unterstützen oder uns komplett rausbringen? Was wird das Publikum am Ende sagen, wenn es nicht den "gewohnten" amici musicae Klang zu hören bekommt?
Rückblickend ist es unglaublich toll sagen zu können, dass wir als Chor an diesem Projekt enorm gewachsen sind: stimmlich, aber auch menschlich. Denn es war für Andreas keine einfache Aufgabe, seine neuen Klangwelten an die gewohnten Hörgewohnheiten des Chores anzupassen. Aber durch gegenseitiges Vertrauen und große Wertschätzung haben wir das Requiem Auream zum Klingen gebracht. Wahrscheinlich hat man beim ersten Konzert nach dem letzten Ton 1.345.952 Steine fallen hören - was war das für eine verrückte Anspannung bei uns Chormitgliedern. Umso ergreifender war der Moment, als sich das Publikum von den Sitzbänken erhob und sich mit lautem Applaus und Standing Ovations für das gelungene Konzert bei uns bedankte.
Das zweite Konzert, eine Woche später, war wieder ganz anders. Jetzt wussten wir, worauf wir noch mehr achten mussten. Wir hatten gleichzeitig Vertrauen in uns, weil wir wussten, wir können es. In einer wohlig warmen Kirche in Alt-Biesdorf überraschten wir auch dieses Mal unser Publikum mit unseren Klängen. Was für ein Lob, dass einige Gäste ein zweites Mal ins Konzert kamen, um das Requiem von Andreas und uns noch einmal zu hören. In der Pause hatten wir plötzlich keinen Zugang mehr zur Empore (auf der sich Noten, Getränke und Pausensnacks befanden) und so musste das Fauré-Requiem im zweiten Teil teils auswendig gesungen werden. Schnell wurden Noten hin und her getauscht und was sollen wir sagen: Es war ein wunderbares zweites Konzert. Erneut wurden wir mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations verwöhnt.
Dieses Werk auf die Bühne gebracht und sich jede einzelne Note als Chor erarbeitet zu haben ist ein einzigartiges Gefühl. Die vielen Ohrwürmer, langen Vorstandssitzungen, unzähligen Chorproben, Andreas' Zuversicht und die Zeit jedes einzelnen Chormitglieds haben sich gelohnt. Wir sind sehr stolz auf dieses gemeinsame Erlebnis und sind gespannt, was das Chorjahr 2026 für uns bereithält.